Blog Beitragsbild "Weihnachten ohne Rausch & Reue". Freunde, Familie stoßen an, sehen weihnahctelich gekleidet und kostümiert aus.

Zusammenfassung für Muddis ohne Zeit:

Dein Weihnachts-Survival-Guide für ein Weihnachten ohne Rausch:
Weihnachten bedeutet für viele Mütter: Der Alkoholkonsum steigt (im Dezember um etwa 36 Prozent), endlose To-Do-Listen stapeln sich und die Kinder starren aufs Handy.
Klingt wenig besinnlich? Ist es auch.
Die Wahrheit ist: An Weihanchten läuft unser Nervensystem läuft auf Hochtouren. Frauen übernehmen laut Studien bis zu 70 Prozent der unsichtbaren Mental Load-Arbeit – besonders an Weihnachten. Deshalb greifst du zu Alkohol, Essen und Handy: Dein Körper sucht verzweifelt nach Entspannung.

Die gute Nachricht: Du kannst Weihnachten anders erleben – ohne dass der Familienfrieden explodiert. Wie?
Alkohol: Hab alkoholfreie Alternativen bereit. Sag klar: „Ich trinke heute nichts, mir geht’s damit besser.“ Fertig. Du brauchst dich nicht zu rechtfertigen.
Essen: Erlaubnis statt Verzicht. Du darfst alles essen UND jederzeit aufhören.
Handy: Leg DEIN Handy weg, fordere nichts von anderen. Sei Vorbild. Geh in verbindung, stell echte Fragen.

Die wichtigste Erkenntnis: Nicht du bist kompliziert wenn du es dieses Jahr anders machen möchtest. Du veränderst nur ein gewohntes Muster. Und das macht andere nervös, weil du ihnen einen Spiegel vorhältst. Das hat nichts mit dir zu tun.

Lies weiter, wenn du konkrete Strategien willst, wie du entspannt durch die Feiertage kommst.

„Wie sage ich meiner Familie, dass ich dieses Jahr keinen Alkohol trinke?“

Kurz und klar, am besten ganz ohne Drama. Probier diese Sätze (am besten vorher vorm Spiegel üben, klingt albern, hilft aber):
„Ich trinke heute nichts, mir geht es damit einfach besser.“
„Ich habe gerade keine Lust auf Alkohol.“
„Ich bleibe heute nüchtern.“
Wichtig: Keine Erklärung, kein Vortrag, kein Angriff. Je weniger Drama du machst, desto weniger Drama entsteht. Und wenn doch diskutiert wird:
„Ich möchte nicht drüber reden, bitte akzeptiere das.“


„Alle denken, ich verderbe die Stimmung, wenn ich nicht mittrinke. Stimmt das?“

Nein. Das ist Projektion. Wenn du aufhörst zu trinken, stellst du für die anderen in Frage, was „normal“ ist. Du bist der Spiegel für Muster, die dein Gegenüber vielleicht auch hat – aber sich nicht anschauen will. Das sagt mehr über die anderen aus als über dich.
Merksatz: Nicht du bist kompliziert – du veränderst nur ein gewohntes Muster.


„Wie schaffe ich es, weniger zu essen, ohne mich eingeschränkt zu fühlen?“

Bewusster essen heißt nicht weniger essen. Es heißt: mitkriegen, was du tust. Das Zauberwort ist Erlaubnis statt Eskalation.
Erlaub dir, alles zu essen.
Erlaub dir, langsam zu essen und Pausen zu machen.
Sag dir innerlich: „Ich darf jederzeit aufhören UND ich darf jederzeit weiteressen.“
Das nimmt den Druck raus. Und der Druck ist oft das, was zur Eskalation führt.


„Was mache ich, wenn meine Kinder/mein Partner die ganze Zeit am Handy sind?“

Schau auf dich, nicht auf die anderen. Statt genervt zu kommentieren oder passiv-aggressive Blicke zu werfen:

Leg dein eigenes Handy ganz bewusst weg
Stell Blickkontakt her.
Stell echte, ehrliche Fragen, die dich wirklich interessieren.
Hör zu.

Das sind Einladungen zur Verbindung – keine Regel, die auferlegt werden. Manchmal nimmt keiner die Einladung an. Aber auch das ist okay. Dann darfst du für dich sorgen: Kurz die Situation verlassen. Atmen. Einen kurzen Spaziergang machen.


„Ich fühle mich so überfordert mit all den Weihnachtsaufgaben. Ist das normal?“

Absolut. Frauen tragen in Familien deutlich häufiger die Hauptverantwortung für Organisation und Planung im Haushalt – selbst dann, wenn beide Partner berufstätig sind. Das nennt sich Mental Load – die unsichtbare Denkarbeit, die nötig ist, damit alles läuft.
An Weihnachten kommt zur Alltagsbelastung zusätzlicher Festtagsstress. Die Lösung? Aufgaben sichtbar machen und verteilen. Schreib ALLES auf eine Liste und verteile Aufgaben und Verantwortung.


„Warum fällt es mir so schwer, an Weihnachten ‚Nein‘ zu sagen?“

Weil Weihnachten emotional aufgeladen ist. Alte Familiendynamiken kommen hoch, Erwartungen lauern überall. Dein Nervensystem läuft auf Hochtouren – da ist wenig Raum für Grenzen.
Aber: Grenzen zu setzen ist nicht unhöflich. Es ist Selbstfürsorge. Du darfst Verabredungen absagen, musst nicht zu jedem Besuch, musst kein perfektes Weihnachten schaffen.

Warum Weihnachten neurobiologisch der krasseste Stresstest ist

Stell dir vor: Prosecco ist schon eingeschenkt, bevor jemand „Fröhliche Weihnachten“ sagen konnte. Der Tisch biegt sich vor Essen. Alle hängen am Handy. Kommt dir bekannt vor?

Vielleicht wünschst du dir, dass dieses Jahr anders wird. Bewusster. Präsenter. Echter. Aber gleichzeitig willst du auch Harmonie. Bloß kein Stress, bloß kein Streit, bloß nicht die sein, die alles kaputt macht.

Geht das eigentlich beides zusammen – bewusster Konsum UND Familienfrieden? Ja. Und ich zeige dir, wie.

Der neurobiologische Ausnahmezustand

Weihnachten ist nicht nur die Zeit des materiellen Konsums (Geschenke!). Es ist auch die Zeit, wo unser Konsum von Alkohol, Essen und digitalen Medien aus den Fugen gerät. Und das hat neurobiologische Gründe:

Emotionaler Overload: Du bist emotional aufgeladen. Alte Familiendynamiken ploppen hoch (plötzlich sitzt du wieder bei Mama und Papa am Tisch). Erwartungen lauern an jeder Ecke. Es soll das allerschönste Weihnachten werden – für ALLE.

Reizüberflutung: Besonders mit kleinen Kindern ist die Aufregung enorm. Ihr seid alle überreizt. Gleichzeitig habt ihr weniger Rückzugsmöglichkeiten (Besuch, Übernachtungen, durchgetaktete Zeitpläne) und oft auch wenig Schlaf.

Ergebnis: Dein Nervensystem ist ON. Angespannt. Aber Entspannung ist das, was du gerne hättest – wie in den Filmen. Schnee, Kerzen, Harmonie.


Warum du überkonsumierst (und warum das nicht deine Schuld ist)

Das Belohnungssystem funktioniert wie ein Schaltkreis: In der Großhirnrinde entsteht ein Verlangen. Gibt man ihm nach, werden Signale an das limbische System und den Hippocampus gesendet. Dopamin, der zentrale Motivations-Neurotransmitter, spielt dabei die Hauptrolle.

Genau deswegen greifst du an Weihnachten besonders gerne und schnell zu:

  • Alkohol: Hilft dir, zumindest für einen Moment runterzufahren
  • Essen: Beruhigt dich und lenkt ab
  • Handy: Beamt dich kurz aus der realen Welt raus

Das passiert nicht, weil du disziplinlos bist. Es passiert, weil dein Körpersystem schreit: „Ich brauche Entspannung JETZT!“ Und dann greifst du zu den Dingen, die dir kurzfristig ein Gefühl von Entspannung geben.

Wenn das erwartete Ereignis eintritt, wird das Belohnungssystem aktiviert, was im Nucleus Accumbens Substanzen freisetzt, die mit Opium und Morphium verwandt sind. Das Problem: Langfristig führt das nicht zu echter Entspannung, sondern ins Gegenteil.

Weihnachten ist der allerkrasseste Stresstest, den es gibt.

Von allem zu viel – typisch für Weihnachten

Das Problem mit Alkohol an Weihnachten

Etwa jeder Achte trinkt an den Weihnachtsfeiertagen mehr Alkohol als sonst, bei Männern sagten dies 16 Prozent, bei Frauen 8 Prozent. Und das ist nicht besonders überraschend, denn:

Alkohol an Weihnachten ist ein Ritual. Wir stoßen an auf Weihnachten. Es ist ein Verbindungssymbol. Schon in der Kirche beim Abendmahl wird Wein getrunken. Alkohol gehört dazu – er verbindet uns.

Alkohol ist das Mittel zur Konfliktvermeidung. Konflikte kommen an Weihnachten gerne mal auf den Tisch – oder man trinkt sie unter den Tisch. Irgendwer ist nicht gut drauf? Erstmal ein Glas Wein in die Hand.

Alkohol ist das „jetzt entspann dich doch mal“-Tool.


Wenn du alte Muster durchbrichst

Und dann kommst du und sagst plötzlich: „Dieses Jahr bin ich raus. Ich trinke nicht.“

Du stellst etwas in Frage. Du stellst die Normalität in Frage. Du stellst das Gruppengefühl in Frage (früher war man sich einig, dass das Glas rundum eingeschenkt wird). Und du stellst die eigenen Muster der anderen in Frage.

Du bist der Spiegel für alle anderen. Du zeigst: „Ich will das nicht mehr. Ich will was ändern.“ Das kann beim Gegenüber Unverständnis auslösen, Wut oder das Gefühl, du machst etwas kaputt, was schon immer so war.

Wichtig zu wissen: Das hat nichts mit dir zu tun. Es hat damit zu tun, dass du auf ein Muster aufmerksam machst, das dein Gegenüber wahrscheinlich auch hat. Sich damit auseinanderzusetzen ist anstrengend – und vielleicht hat dein Gegenüber da einfach keinen Bock drauf.

Merksatz für dich: Nicht du bist kompliziert – du veränderst nur ein gewohntes Muster. Gewohnheiten reagieren immer allergisch auf Veränderungen.


Praktische Strategien für den Umgang mit Alkohol

1. Sei gut vorbereitet

Hab alkoholfreie Alternativen dabei. Im Haus, in der Tasche, im Kofferraum. Mein Favorit: Alkoholfreier Aperol Spritz (alkoholfreier Sekt + alkoholfreier Aperol oder Sun Bitter + Eiswürfel + Strohhalm). Damit kommst du über den ganzen Abend.

Es gibt auch tolle weihnachtliche Mocktails mit Apfelsaft und Zimt.

2. Übe deine Sätze

Klingt albern, hilft aber wirklich. Notier sie dir, sprich sie vorm Spiegel:

  • „Ich trinke heute nichts, mir geht es damit einfach besser.“
  • „Ich habe gerade keine Lust auf Alkohol.“
  • „Ich bleibe heute nüchtern.“

Ohne Erklärung, ohne Vortrag, ohne Angriff. Je weniger Drama, desto weniger Drama entsteht.

3. Keine Diskussion

Du brauchst dich nicht zu erklären. Du musst nicht in Diskussionen einsteigen. Du kannst auch sagen: „Ich möchte nicht drüber reden. Ich trinke nicht. Fertig. Bitte akzeptiere das.“

Das Ess-Drama: Erlaubnis statt Eskalation

Weihnachten ist nicht nur zu viel Alkohol. Es ist auch oft zu viel Essen. Aber wir essen an Weihnachten nicht, weil wir so wahnsinnig Hunger haben. Wir essen, weil wir über Jahre gelernt haben: Weihnachten ist Ausnahmezustand. Da lassen wir es uns richtig gut gehen. Da darf ich alles.

Danach kommt:

  • Völlegefühl (flätzen auf der Couch: „Oh mein Gott, was habe ich getan?“)
  • Schamgefühl („Oh mein Gott, was habe ich getan?“)
  • Selbstkritik („Wieso habe ich SO VIEL gegessen? Ich hab sowieso schon ein paar Kilo zu viel!“)

Wir verlieren an Weihnachten die Grenzen und leben in völlig überrissener Fülle.


Die Lösung: Bewusstsein statt Verzicht

Bewusster essen heißt nicht: gar nichts essen, super wenig essen, verzichten. Bewusster essen heißt: mitkriegen, was du tust. Bewusstsein dafür entwickeln.

Erlaubnis statt Eskalation macht einen riesengroßen Unterschied:

  • Erlaub dir, alles zu essen von dem, was es gibt
  • Erlaub dir aber auch, langsam zu essen
  • Erlaub dir, beim Essen Pausen zu machen
  • Sag dir innerlich: „Ich darf jederzeit aufhören UND ich darf jederzeit weiter essen“

Das nimmt den Druck raus. Der Druck ist es, der zur Eskalation führt.

Die Handy-Falle: Wenn alle mental weg sind

Kennst du das? Alle sitzen am Tisch. Nach dem Essen dauert es keine fünf Minuten: Einer scrollt, einer schreibt eine Nachricht, Kinder lachen über Kurzvideos, zeigen sich Memes hin und her.

Das triggert. Warum? Weil Essen ein Bindungsritual ist. Wir sitzen zusammen am Tisch und essen miteinander. Das schenkt uns Verbundenheit.

Wenn dann alle mental weg sind (physisch am Tisch, aber jeder im eigenen Endgerät verschwunden), passiert etwas Unbewusstes: Unser Nervensystem kann nicht mehr connecten und fühlt sich allein.

Dann springen alte Muster an (kindliche Muster von „nicht gesehen werden“). Dann kommt Eskalation: genervte Kommentare, passiv-aggressive Blicke, Streit über den Handykonsum. Mal wieder.


Die Alternative: Einladung statt Regeln

Schau auf dich, nicht auf die anderen. Statt „Oh Mann, könnt ihr jetzt endlich mal das Handy weglegen?“ probier:

  • Leg dein eigenes Handy ganz bewusst weg
  • Versuch Blickkontakt herzustellen
  • Stell echte Fragen, die dich wirklich interessieren
  • Freu dich auf die Antworten
  • Geh in authentischen, echten, ehrlichen Kontakt

Verbindung ist das, wonach wir uns sehnen. Und Verbindung entsteht nicht durch Regeln, die wir anderen auferlegen und auf Teufel komm raus durchdrücken. Echte Verbindung entsteht durch Einladung.

Du sprichst eine Einladung aus: mit ehrlichen Fragen, mit echtem Interesse, mit Zuhören.

Ja, klappt nicht immer. Manchmal bleiben trotzdem alle am Handy. Ist okay. Wir können nur eine Einladung aussprechen.

Für dich sorgen statt kämpfen: Die wichtigste Weihnachtsstrategie

Wenn du merkst, dass deine Einladung ins Leere läuft, darfst du für dich sorgen statt zu kämpfen:

  • Kurz rausgehen und atmen
  • Auf die Toilette verschwinden und atmen
  • Einen Spaziergang machen und atmen
  • Atmen ist in dieser Situation ganz wichtig

Bleib bei dir. Konzentrier dich auf deine Atmung. Das ist nicht unhöflich. Das ist Selbstnavigation – die Navigation, die du brauchst, um dich durch diese Feiertage zu navigieren mit dem, was du für dich an Entscheidungen getroffen hast.


Der entscheidende Mindset-Shift

Bewusster konsumieren heißt nicht: Ich mache es besser als die anderen.

Wenn du fühlst, dass es nicht um Vergleiche geht, dass es um das geht, was du für dich machen kannst (und nicht um das, was du besser machst als die anderen), dann ist Deeskalation drin.

Bleib bei dir. Höre auf dich. Ganz egal, was die anderen machen.

Das Dopamin-Dilemma: Warum dein Gehirn immer mehr will

Um zu verstehen, warum es so schwer ist, weniger zu konsumieren, müssen wir über Dopamin sprechen. Dopamin ist ein wichtiger Neurotransmitter des Belohnungssystems im Gehirn.

Was macht Dopamin? Es wird ausgeschüttet, wenn du etwas Positives erwartest oder ein belohnendes Ereignis eintritt – beim Sport, beim Naschen, bei Sex, beim Scrollen durch Social Media.

Im Laufe der Zeit findet auf Seite der empfangenden Rezeptoren für Dopamin eine Runterregulierung statt. Das Gehirn versucht ein Gleichgewicht herzustellen. Das führt dazu, dass man die Dosis erhöhen muss.

In anderen Worten: Bei Social Media oder Videospielen ist der Kick nicht mehr so hoch. Du brauchst es vielmehr, um ein Grundlevel aufrechtzuerhalten.


Dopaminfasten als Gegenmittel

Der US-amerikanische Psychologe Dr. Cameron Sepah hat Dopaminfasten als „eine evidenzbasierte Technik zur Behandlung von Suchtverhalten“ ins Gespräch gebracht.

Wichtig: Es geht nicht darum, sich dem Dopamin als solchem zu entziehen. Vielmehr dient das Dopaminfasten dazu, bestimmte Impulshandlungen zu kontrollieren und dadurch ein Abstumpfen gegenüber dem Botenstoff zu verhindern.

Für Weihnachten bedeutet das: Bewusste Pausen von den Reizen, die dein Belohnungssystem überstimulieren (Alkohol, Zucker, Social Media, ständiges Essen).

Der Mental Load von Weihnachten: Warum besonders Mütter betroffen sind

Frauen und Mütter übernehmen rund 70 Prozent der Planungs- und Organisationsarbeit in Familien. Diese unsichtbare Denkarbeit wird als Mental Load bezeichnet.

An Weihnachten multipliziert sich diese Last:

  • Geschenke besorgen (für gefühlt 50 Personen)
  • Adventskalender befüllen
  • Plätzchen backen
  • Weihnachtsdeko rauskriegen und aufhängen
  • Festessen planen und kochen
  • Familienbesuche koordinieren
  • Daran denken, dass Tante Maria keine Nüsse essen darf
  • Und, und, und…

Langfristige Überlastung sorgt nicht nur für Schuldgefühle, Stress und Gereiztheit. Sie kann auch zu einem Burnout führen.


Was du gegen Weihnachts-Mental-Load tun kannst

1. Aufgaben sichtbar machen

Schreib ALLES auf, was ansteht (Planung, Geschenke, Termine, Essen). Wenn alle Aufgaben sichtbar sind, kann Verantwortung klar verteilt werden – statt nur um Hilfe bei kleinen Einzelschritten zu bitten.

2. Perfektion loslassen

Es hilft, eigene Erwartungen zu hinterfragen. Wer sagt, dass du 20 Sorten Plätzchen backen, handgeschriebene Weihnachtskarten verschicken und das Haus Instagram-tauglich dekorieren musst?

3. Eigene Bedürfnisse kommunizieren

Sprich über Bedürfnisse statt Vorwürfe. Zum Beispiel: „Ich merke, dass mich die Organisation gerade überfordert. Ich brauche Unterstützung.“

4. Grenzen setzen

Du darfst Verabredungen absagen. Du darfst Familienmitglieder bitten, Geschenke zu schicken, statt einen Besuchs-Marathon zu veranstalten. Du darfst um Hilfe bitten.

Deine Erlaubnis für ein bewussteres Weihnachten

Du darfst Weihnachten erleben, wenn du das möchtest:

  • Mit weniger oder ohne Alkohol
  • Ohne Fresskoma
  • Ohne Fleisch oder mit weniger Zucker
  • Ohne dein Handy, ohne Dauerscrollen, ohne erreichbar zu sein

Und trotzdem darfst du dazugehören, lachen, eine gute Zeit haben und Teil der Familie sein.

Nicht alles muss sich dieses Jahr ändern. Vielleicht darf sich nur dein innerer Umgang mit dem verändern, was im Außen abgeht.


Was du wirklich gewinnst

Wenn du dieses Jahr an Weihnachten einen Drink weniger trinkst, einmal früher aufhörst zu essen, dein Handy bewusster weglegst und dir selbst wohlwollender begegnest, dann hast du nichts verpasst.

Dann hast du was gewonnen:

  • Präsenz
  • Klarheit
  • Momente echter Verbindung mit dir und deinen Liebsten

Und das ist ziemlich viel. Das ist ziemlich cool.

Die wissenschaftlichen Fakten hinter dem bewussten Konsum

Alkoholkonsum an Weihnachten

Der Alkoholkonsum der Deutschen steigt im Dezember um ca. 36 Prozent. Im ersten Corona-Jahr 2020 wurden bundesweit rund 34 Prozent mehr Versicherte wegen Alkoholabhängigkeit, Entzugserscheinungen oder psychischer Probleme aufgrund von Alkohol ärztlich behandelt als noch zehn Jahre zuvor.

Gleichzeitig zeigt sich ein positiver Trend: Der Alkoholkonsum in Deutschland sinkt seit rund 40 Jahren kontinuierlich. Menschen werden bewusster – auch an Weihnachten.


Das Belohnungssystem verstehen

Bei bestimmten Substanzen wie Alkohol, Nikotin oder Kokain wird davon ausgegangen, dass diese das mesolimbische System überstimulieren und damit einen Dopaminschub auslösen. Wird das System regelmäßig überstimuliert, reduziert das Gehirn die Anzahl der Dopaminrezeptoren.

Das bedeutet: Es wird immer mehr Substanz für den gleichen Effekt benötigt, während alltägliche Dopaminausschüttungen immer langweiliger werden.


Mental Load bei Müttern

Forschende der Hans-Böckler-Stiftung zeigen, dass Frauen in Familien deutlich häufiger die Hauptverantwortung für Organisation und Planung im Haushalt tragen – selbst dann, wenn beide Partner berufstätig sind.

Diese ungleiche Verteilung führt zu mehr Stress und Erschöpfung bei Frauen. Die Belastung wird oft unterschätzt, weil sie im Alltag kaum sichtbar ist.

Dein Aktionsplan für entspannte Feiertage

Vor Weihnachten:

  1. Entscheide, was du ändern möchtest (weniger Alkohol? bewusster essen? weniger Handy?)
  2. Besorge alkoholfreie Alternativen, wenn das dein Thema ist
  3. Übe deine Sätze vorm Spiegel (wirklich!)
  4. Schreibe alle Mental-Load-Aufgaben auf und verteile sie neu

An Weihnachten:

  1. Erinnere dich: „Nicht ich bin kompliziert – ich verändere nur ein gewohntes Muster“
  2. Mach kein Drama aus deinen Entscheidungen
  3. Lade andere zur Verbindung ein, erzwinge nichts
  4. Sorge für dich, wenn es zu viel wird: Atmen, Rausgehen, Pause

Nach Weihnachten:

  1. Feiere dich für das, was du geschafft hast
  2. Sei wohlwollend mit dir, wenn nicht alles geklappt hat
  3. Reflektiere: Was hat funktioniert? Was möchtest du nächstes Jahr anders machen?

Fazit: Weihnachten muss nicht perfekt sein

Weihnachten muss nicht perfekt sein. Und vor allem ist es nicht deine Aufgabe, Weihnachten perfekt zu machen.

Es ist viel gewonnen, wenn du dir vornimmst, Weihnachten authentisch zu erleben – ein kleines bisschen echter zu sein als die letzten Jahre.

Du darfst dir treu bleiben. Du darfst Grenzen setzen. Du darfst für dich sorgen.

Und wenn du das schaffst, hast du das beste Weihnachtsgeschenk gemacht – dir selbst.

Mach dir selbst ein Geschenk

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Quellenangaben

Alkoholkonsum an Weihnachten

Statista – Umfrage zum Konsum alkoholischer Getränke vor/während des Weihnachtsessens https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1228124/umfrage/umfrage-zum-konsum-alkoholischer-getraenke-vor-und-waehrend-des-weihnachtsessens/

Statista – Wahrscheinlichkeit des Alkoholkonsums an Weihnachten 2024 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1545724/umfrage/wahrscheinlichkeit-des-alkoholkonsums-an-weihnachten-deutschland/

YouGov – Alkohol- und Sektkonsum an Weihnachten https://yougov.de/consumer/articles/51157-alkohol-und-sektkonsum-an-weihnachten-wer-trinkt-und-welche-marken-sind-beliebt

Stuttgarter Zeitung – Alkoholkonsum: So trinken sich die Deutsche durch Weihnachten https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.alkoholkonsum-so-trinken-sich-die-deutschen-durch-weihnachten.3807eea2-9b09-4164-94d1-24a679fdc847.html

Deutsches Ärzteblatt – Jeder siebte Deutsche trinkt an Weihnachten zu viel Alkohol https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/72075/Jeder-siebte-Deutsche-trinkt-an-Weihnachten-zu-viel-Alkohol


Neurobiologie: Dopamin und Belohnungssystem

Das Belohnungssystem im Gehirn – Schaltkreise der Motivation https://www.dasgehirn.info/denken/motivation/schaltkreise-der-motivation

Sucht – Motivation zu schlechten Zielen https://www.dasgehirn.info/denken/motivation/sucht-motivation-zu-schlechten-zielen


Dopaminfasten

FITBOOK – Wie funktioniert Dopaminfasten und was bringt es wirklich? https://www.fitbook.de/mind-body/dopaminfasten-wie-es-geht-was-es-bringt

Quarks (WDR) – Das bringt Dopamin-Fasten wirklich https://www.quarks.de/gesellschaft/wissenschaft/das-bringt-dopamin-fasten-wirklich/

Das Leben des Brain – So war Dopamin-Fasten eigentlich gedacht https://steady.page/en/das-leben-des-brain/posts/d446acfa-8785-4e20-bb8a-bd87120847ad

Women’s Health – Dopamin-Fasten: Das bringt es wirklich https://www.womenshealth.de/health/gesund-leben/dopamin-fasten-wie-sinnvoll-ist-der-trend-auf-glueckshormone-zu-verzichten/

Spektrum der Wissenschaft – Hype oder Hilfe: Was bringt Dopaminfasten? https://www.spektrum.de/news/hype-oder-hilfe-was-bringt-dopaminfasten/1728008


Mental Load bei Müttern

Weihnachtszeit und Mental Load

Gleichstellung im Blick – Mental Load in der Weihnachtszeit https://www.gleichstellung-im-blick.de/mental-load-in-der-weihnachtszeit/

ZDF – Wenn Weihnachten zur Belastung wird: Tipps für weniger Stress und Mental Load https://www.zdf.de/nachrichten/ratgeber/gesundheit/mental-load-weihnachtsstress-100.html

EMMA – In der Weihnachts-Meckerei https://www.emma.de/artikel/der-weihnachtsmeckerei-342209

Weihnachten ohne Rausch: Wie du die Feiertage bewusst, klar und präsent erlebst

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