Inhaltsverzeichnis
Woran merken wir, dass wir uns betäuben?
Im Transkript mitlesen:
Einleitung
Woran merken wir eigentlich, dass wir uns betäuben? Wenn Betäubung im Autopiloten abläuft, dann ist halt die Frage, woran können wir es eigentlich festmachen? Woran können wir merken, dass wir uns betäuben? Und darüber möchte ich heute mit dir in diesem Podcast sprechen. Herzlich willkommen bei Mensch Muldig. Dein Podcast für einen sober Lifestyle.
Das bekannte Muster: Couch, Bildschirm, Leere
Wir kennen das alle. Wir sitzen abends auf der Couch. Wir haben Netflix an oder Amazon Prime oder keine Ahnung, was wir gucken. Oder wir haben das Handy in der Hand. Meistens sogar beides. Ja, also wir gucken eine Serie und haben dabei das Handy in der Hand. Wir sind eigentlich total fix und fertig. Wir sind müde und trotzdem gucken wir noch eine Folge und scrollen noch mal weiter. Und wir fühlen uns hinterher leer.
Warum wir es gemacht haben, ist eigentlich, dass wir entspannen wollten, dass wir uns besser fühlen wollten, dass wir uns was Gutes tun wollten, aber wir fühlen uns hinterher nicht so. Und das ist was, worüber wir sprechen müssen, warum das passiert, dass wir uns dieser Betäubung immer wieder hingeben und vor allem aber auch, was das Tückische daran ist, ist, dass wir es eben so oft gar nicht richtig wahrnehmen, weil es eben auf Autopilot läuft.
Die häufigsten Betäubungsmittel des Alltags
Die häufigsten Betäubungsmittel, zu denen wir greifen, um uns abzulenken, um uns zu belohnen, um uns was Gutes tun zu wollen, sind zum einen heutzutage, ich glaube, das ist das, was die allermeisten tun, das endlose Scrollen, ob es jetzt Instagram ist oder TikTok oder YouTube. Wir sagen uns noch ein Video und dann sitzen wir Stunden später immer noch da, was natürlich auch an der Machart dieser Apps, dieser Social Media Plattformen liegt, die genau darauf ausgerichtet sind, uns eben so lange wie möglich auf diesen Plattformen zu halten. Und es sind eben Plattformen, es ist ein Konsum, den wir uns da hingeben, der nie zu Ende ist. Man hat es ja bei einer Serie meistens dann doch nochmal, dass die irgendwann zu Ende ist, aber Kurzvideos enden halt nicht. Es ist unendlich und das ist halt auch eine große Gefahr.
Außer des Scrollens der Medienzeit ist Zucker und Junkfood ein weiteres Thema, weil das eben auch einen ziemlich schnellen Kick macht, ein Gefühl von einer sofortigen Belohnung und wir greifen in die Tüte oder greifen zum Stück Schokolade ja gar nicht aus Hunger, sondern auch, weil wir uns dadurch etwas geben, weil wir uns anders fühlen wollen.
Da ist eben auch Zucker und Junkfood ein Thema und auch Klassiker, gerade unter vielen Frauen, Müttern, das abendliche Glas Wein zum Runterkommen. Dieser „Ich-hab-mir-das-verdient“-Drink, dieses Gefühl, was wir uns damit erhoffen, von dieser leichten Scheißegalhaltung, in die man da kommt, auch ein Riesenthema.
Serien hatte ich schon angesprochen, auch da natürlich, bis die Serie zu Ende ist, ist auch Serien-Bingen, noch eine Folge, noch eine Folge, wir nehmen uns vor, heute gucken wir nur eine und dann ist es doch wieder nachts um eins und wir haben fünf Folgen hintereinander geguckt. Ja, auch oft gar nicht unbedingt, weil das jetzt die fantastischste Serie ever ist, sondern weil wir das Ausmachen fürchten, weil das Ausmachen uns wieder mit uns selber konfrontiert und wir wieder spüren, wie wir uns anfühlen, wie es sich anfühlt, alleine zu sein, sich einsam zu fühlen vielleicht oder auch ein anderes blödes Gefühl zu haben. Also auch das nutzen wir ja, um in ein anderes Gefühl zu kommen als das, was wir eigentlich in dem Moment gerade haben.
Und für viele ist auch noch, auch wieder online gekoppelt, Gaming, Online-Shopping, auch ein Thema, womit wir uns beschäftigt halten. Preise vergleichen, wo ist das größte Schnäppchen oder auch beim Gaming noch ein Level erreichen. Auch etwas eben, womit wir dafür sorgen, dass unsere innere Unruhe in dem Moment draußen bleibt, dass wir uns mit etwas anderem beschäftigen.
Das Problem: Betäubung wird als Selbstfürsorge verkauft
Und was ein bisschen schräg ist, ist, dass diese ganzen Sachen ja auch oft als Selbstfürsorge verkauft werden. Und auch ein „Ey, komm, da soll man dann gar keinen Spaß mehr haben, gönn dir doch mal was, du hast es dir verdient, Me-Time ist wichtig.“ Aber wenn es echte Selbstfürsorge und echte Me-Time wäre, dann würden wir uns hinterher besser fühlen. Und das tun wir halt bei all diesen Dingen, die so weit verbreitet sind auf all den Couches am Abend in unseren Häusern und Wohnungen. Das macht eben, dass wir uns leerer fühlen, dass wir uns hinterher schuldig fühlen, dass wir auch so ein Gefühl von Reue haben vielleicht, dass wir uns noch unruhiger fühlen als vorher.
Warum wir das tun – die neurobiologischen und gesellschaftlichen Hintergründe
Und wichtig ist dafür zu verstehen, warum wir das tun, weil es einfach nichts mit „du bist nicht stark genug“ zu tun hat, du musst nur mehr Willenskraft aufweisen, sondern es ist uns so hintrainiert mittlerweile, weil wir eben in so einer Überflussgesellschaft leben. Ja, noch nie in der Menschheitsgeschichte ging es uns so gut eigentlich. Ja, noch nie hatten so viele Menschen Dach über dem Kopf, Zugang zu fließend Wasser, eine Heizung zu Hause. Ja, also uns geht es eigentlich total super, aber wir haben eben auch Zugang zu super viel Ablenkung und das 24-7. Wir haben die größte Ablenkung hier mit unserem kleinen Gerät in der Hosentasche, in der Handtasche einfach immer bei uns.
Und warum diese Betäubung, die wir uns dadurch jederzeit geben können, so verlockend ist, hat halt was auch mit der Programmierung oder der evolutionären Entwicklung unseres Gehirns zu tun, weil unser Gehirn von jeher darauf getrimmt ist, Belohnung zu suchen. Weil Belohnung etwas ist, was ja auch in Zeiten, wo wir noch nicht in diesem ständigen Überfluss gelebt haben, total wichtig war. Zucker war wichtig. Auch ein Belohnungssystem zu haben, Dopaminkicks zu bekommen, war wichtig, um Leistung erbringen zu können, um sich auch vor Gefahren schützen zu können. Das hat uns als Spezies ja mal unglaublich geholfen, aber heute hat sich das Blatt halt leider gekehrt, es arbeitet eher gegen uns.
Und wir leben halt heutzutage in einer Gesellschaft auch, wo wir viel mit uns alleine sind. Wir haben Traurigkeit, wir haben Einsamkeit, wir sind unfassbar vielen Ängsten ausgesetzt, alleine durch die bedrohliche Welt, die einfach bedrohlich ist, alles, was da draußen passiert. Diese Gefühle, die sind alle ja nicht angenehm, die finden wir nicht super. Und unsere Gesellschaft hat ein Problem mit unangenehmen Gefühlen, weil gerade unsere Generation zwischen 1970 geboren oder 1960 geboren sogar bis über die 2000er hinaus, hatten Gefühle einfach überhaupt noch nicht den Stellenwert und den Platz, den sie heute zum Glück ja immer mehr bekommen. Also wenn heute Kinder geboren werden, haben die in der Regel schon eine ganz andere Begleitung in ihrer Emotionalität, als es bei uns der Fall war.
Das heißt, die Gefühle, die gefühlt werden wollen, die hatten keine Berechtigung. Die durften einfach nicht sein. Die sollten weggemacht werden. Man sollte damit nicht jemandem auf den Sack gehen. Man sollte nicht unangenehm auffallen. Und das ist natürlich etwas, was sich in uns total tief verankert hat und wo wir selber eben auch merken, okay, da kommt ein Gefühl, mit dem ich noch nie wirklich alleine war, mit dem ich mich noch nie auseinandersetzen musste oder durfte, also mache ich auch jetzt das, was ich gelernt habe, nämlich ich mache es weg.
Und das, womit ich es wegmachen möchte, ist halt ständig verfügbar. Früher mussten wir aktiv was tun, um uns abzulenken. Heute ist es halt sofort da. Griff zum Handy, Griff zum Glas Wein, Griff in die Chipstüte, whatever it is. Und der Widerstand gegen diese Betäubung ist praktisch gleich null. Es gibt keinen Reibungspunkt mehr. Die Betäubung ist einfach sofort da. Und im ersten Moment fühlt es sich dann ja auch noch gut an. Das ist ja auch noch das Dramatische daran. Im ersten Moment fühlt es sich an wie, ja, gut, cool, einmal Kopf ausmachen. Und deswegen greifen wir auch immer wieder danach, auch wenn wir wissen, dass es uns immer, immer schwerer fällt, es auch wieder zu lassen und wir danach in das Loch, in das wir fallen, auch immer tiefer reinsinken, weil es einfach schlimmer wird.
Das Tückische: Betäubung läuft auf Autopilot
Symptomatisch ist nun, dass das alles im Autopiloten abläuft, also unbewusst, unterbewusst. Und das ist halt knifflig. Wenn wir in diesen Autopilot reinfallen, wenn wir auf Autopilot laufen, dann bekommen wir ja gar nicht so richtig mit, dass wir uns betäuben. Es passiert einfach. Und wenn wir es mitbekommen, dann meistens eher hinterher. Oder im Laufe des Prozesses, wenn wir schon mittendrin stecken, wo wir dann aber auch schon sagen, Mist, ich wollte doch eigentlich gar nicht, jetzt habe ich schon wieder.
Und das sind eben gerade diese sehr stressigen Tage zum Beispiel, wovon heutzutage ja eigentlich, wenn wir uns umgucken, welcher Tag ist mal nicht stressig. Eigentlich in der Gesellschaft, wie unsere Tage funktionieren, sind unsere Tage einfach stressig. Gerade wenn ich auf uns alleinerziehenden Mütter gucke. Also die Tage sind einfach voll. Und schwups greift die Hand dann eben zur Chipstüte am Abend. Und wenn wir uns dann abends auf der Couch alleine fühlen, Kinder sind in ihren Zimmern verschwunden oder im Bett, dann zack, Handy her durch Social Media, um mich weniger einsam alleine zu fühlen.
Oder wenn ich auch vielleicht einen Konflikt hatte mit dem Ex-Partner, mit der Arbeit, keine Ahnung, wenn ich darüber nicht nachdenken möchte, also wenn ich nicht in diesem Gedankenkarussell festhängen möchte und ich nicht weiß, wie ich da sonst rauskommen soll, dann ist der Griff zur nächsten Netflix-Serie halt auch ein leichter und einer, der für den Moment dann ja eben auch hilft. Und oft sind es eben nicht total bewusste Entscheidungen. Ich möchte das jetzt nicht fühlen, ich mache mir jetzt eine Serie an, sondern es läuft so schnell innerhalb von Millisekunden, das ist eben Konditionierung.
Die 5 Zeichen, dass wir uns unbewusst betäuben
Und deswegen ist es gut, wenn wir Zeichen erkennen, die uns verraten, hey, das ist ein Anzeichen dafür, dass du gerade nicht bei dir bist, sondern dass du gerade auf dem Weg dahin bist, dich zu betäuben. Und es gibt jetzt fünf ziemlich klare Zeichen für diese unbewusste Ablenkung, die ich dir heute hiermit auf den Weg geben mag.
Zeichen 1: Du kannst dich nicht erinnern, was du gerade gemacht hast
Das erste Zeichen, das ist ja ein Zeichen im Nachhinein, aber es ist ja auch gut, im Nachhinein zu erkennen, was gerade gewesen ist. Ja, das macht uns bewusst und dann können wir es beim nächsten Mal besser machen, ist, wenn wir uns gar nicht so richtig daran erinnern, was wir eigentlich gerade gemacht haben. Also wir scrollen vielleicht eine halbe Stunde durch Instagram und wenn ich dich dann frage, was hast du denn da jetzt die letzte halbe Stunde gesehen, dann kannst du es gar nicht wirklich sagen. Das ist Betäubung. Dein Gehirn ist wie im Leerlauf, du konsumierst, aber du bist nicht wirklich da und du konsumierst halt in der Regel auch Kram, der nicht wirklich relevant oder nachhaltig ist.
Ja, deswegen kannst du dich in so Momenten, wo du dann hinterher vielleicht auch merkst, eigentlich fühle ich mich jetzt noch leerer, noch schlechter, dass du dich einmal kurz fragst, Moment mal, was habe ich eigentlich gerade die letzte Viertelstunde gemacht, an was kann ich mich erinnern?
Zeichen 2: Du fühlst dich danach schlechter als vorher
Das zweite Zeichen ist dieses „Ich fühle mich danach schlechter als vorher.“ Ja, und das ist eigentlich so ein Goldstandard, weil echte Entspannung, echte Freude, die gibt uns Energie, die gibt uns ein gutes Gefühl. Die macht, dass wir uns entspannt fühlen. Betäubung nimmt uns das. Betäubung nimmt uns Energie. Betäubung nimmt uns dieses gute Gefühl.
Ja, also wenn wir uns wirklich und echt ausruhen, wenn wir wirklich und echt nichts tun, dann fühlen wir uns in der Regel danach wirklich wie aufgeladen, wie erfrischt. Nach Betäubung fühlen wir uns müde, da fühlen wir uns träge, da fühlen wir uns schuldig, da fühlen wir uns leer, da haben wir ein Gefühl von Reue. Das ist eben auch dann immer eine gute Frage, dass man sich vielleicht nach jedem Abend, wenn man so seiner Abendroutine, wie auch immer die zum jetzigen Zeitpunkt aussieht, nachgegangen ist, dass man sich danach fragen kann, fühle ich mich jetzt besser oder schlechter? Wie sieht es aus? Und dann kann ich abwägen, ist das eine Routine, die gut für mich ist, die ich hier gerade der ich nachgegangen bin, ja oder nein?
Zeichen 3: Du kannst nicht aufhören, obwohl du es eigentlich willst
Das dritte Anzeichen ist, dass man etwas macht, obwohl man es gar nicht will. Ja, also aus „Ich gucke nur eine Folge“ werden vier Folgen. Aus „Ich esse heute wirklich nur eine Reihe Schokolade“ wird die ganze Tafel. Wenn du merkst, dass du dich eigentlich reglementieren möchtest, wenn du merkst, dass du dir eigentlich Grenzen setzen möchtest, wenn du merkst, dass du etwas machst, von dem du denkst, es ist eigentlich zu viel. Du es aber nicht schaffst, das wirklich zu regulieren, dann ist es kein Mangel an Willenskraft, dann ist es ein Zeichen dafür, dass du versuchst, dieses unangenehme Gefühl zu betäuben, das immer noch da ist und dass du eben keine alternative Strategie hast, damit umzugehen, was dir nachhaltig helfen könnte.
Also auch da die Frage, habe ich das jetzt so viel gemacht, wie ich mir vorgenommen habe, dass ich es machen wollte, entweder vom Zeitraum her oder von der Menge, je nachdem, um welches Verhalten es halt geht.
Zeichen 4: Du tust es, um nicht zu fühlen
Das vierte Anzeichen ist, dass man etwas tut, um nicht zu fühlen. Ja, also wenn es wirklich etwas ist, wenn es so ein Klassiker ist, wie ich nehme mir jetzt das Handy, weil ich nicht weiter über dieses unangenehme Gespräch nachdenken möchte, was ich heute führen musste, oder vielleicht auch, wenn ich nicht darüber nachdenken möchte, welches Konfliktgespräch ich vielleicht klären müsste. Also wenn etwas ansteht, vor dem ich mich drücke und ich deswegen das Handy nehme oder den Laptop anschmeisse oder keine Ahnung. Oder auch esse. Man kann ja auch essen, weil man etwas ausweichen möchte. Oder auch trinken ist genau das Gleiche, weil du vielleicht dich mit einer bestimmten Situation, die sehr offensichtlich da ist, nicht auseinandersetzen möchtest.
Also was ist da, was gefühlt oder worüber nachgedacht werden sollte oder womit du dich auch ganz klar konfrontieren müsste, was du aber nicht machen möchtest und was machst du stattdessen.
Zeichen 5: Etwas läuft nur noch automatisch ab, ohne dir Freude zu machen
Und das fünfte Anzeichen ist, dass etwas dir früher Freude gemacht hat, was dir mittlerweile gar nicht mehr so richtig Freude macht, aber du es trotzdem immer noch machst. Also etwas, was zur Gewohnheit geworden ist. Du machst es einfach automatisch, ohne darüber nachzudenken. Zum Beispiel hast du vielleicht früher, wenn es eine bestimmte Situation gab oder ein ganz bestimmtes Essen gab, ein Glas Wein dazu getrunken. Aus diesem Glas Wein, was dir Freude gemacht hat, das an deinem, keine Ahnung, italienischen Abend im Monat zu trinken, ist aber plötzlich geworden, ich brauche dieses Glas Wein jeden Abend zu egal welchem Essen.
Oder auch die Tüte Chips auf der Couch, die zu besonderen Anlässen sonst rausgeholt wurde, wenn ihr Kinoabend gemacht habt, dann gab es Chips und jetzt gibt es Chips jeden Abend auf der Couch. Oder eben auch das Handy checken, nicht ich möchte das Handy checken einmal am Tag, um zu gucken, wer hat mir geschrieben, mit wem möchte ich in Kontakt gehen, sondern wirklich in jeder freien Sekunde aufs Handy zu schauen. Also, dass sowas im absoluten Automatismus abläuft und es eigentlich gar keine Freude mehr macht, sondern einfach passiert um des Passierens Willen sozusagen.
Also machst du etwas, weil du es wirklich, wirklich willst oder machst du etwas, weil es halt immer so ist und du das schon immer so machst und es sich so eingebürgert hat, dass du das immer machst. Das ist das fünfte Zeichen.
Zusammenfassung der 5 Zeichen
Und wenn du diese fünf Zeichen jetzt gehört hast, hast du dich vielleicht auch bei dem einen oder anderen auch schon erwischt gefühlt. Möchte ich gar nicht, ich möchte dich ja nur bewusst machen dafür, denn dieses Bewusstsein ist immer der erste Schritt für eine Veränderung. Ja, niemand von uns ist perfekt und Perfektionismus ist und sollte überhaupt nicht unser Anspruch sein, aber wir dürfen Ablenkungen, die in unserem Leben sind, bemerken.
Zur Erinnerung – die fünf Zeichen:
Zeichen 1: Du kannst dich nicht erinnern, was du gerade gemacht hast.
Zeichen 2: Du fühlst dich danach schlechter als vorher.
Zeichen 3: Du kannst nicht aufhören, obwohl du es eigentlich willst.
Zeichen 4: Du machst es, um etwas anderem aus dem Weg zu gehen – um nicht zu fühlen.
Zeichen 5: Etwas, was dir mal Freude bereitet hat, läuft plötzlich nur noch automatisch ab, ohne dass es dir noch großartig Spaß macht.
Was stattdessen? Der Weg vom Autopiloten zum bewussten Leben
Es geht ja überhaupt nicht darum, alle Ablenkungen aus dem Leben komplett zu verbannen, es geht lediglich darum, sie zu bemerken und dann im Idealfall Dinge, die sonst immer automatisch abgelaufen sind, anders zu machen. Also, dass man zum Beispiel durch diese Bewusstwerdung feststellt, da ist so ein kleiner Moment, eine Sekunde, die ich eine Wahl habe, greife ich jetzt wirklich zum Handy oder zur Schokolade oder mache die nächste Folge an, ja oder nein. Und diese Pause zu nutzen, um mich wirklich kurz einmal zu fragen, will ich das jetzt wirklich, wirklich oder läuft es automatisch ab?
Und wenn ich diese Pause gefunden habe, dann kann ich das auch ganz kurz das Gefühl zulassen, was da ist und mich fragen innerhalb von einer Minute, was ist es hier jetzt gerade? Fühle ich mich gelangweilt? Fühle ich mich traurig? Ist da eine Unruhe in mir? Wo spüre ich dieses Gefühl in mir? Und wenn wir uns diesem Gefühl hingeben und wenn es auch nur eine Minute ist, dann verliert dieses Gefühl oft schon an Macht, wenn wir es einfach mal wahrnehmen und dann haben wir eine Handlungsmöglichkeit, uns nochmal zu entscheiden, will ich jetzt weitermachen mit einem Serien-Bingen oder, ah, gehe ich vielleicht doch, Sonne scheint, eine Runde um den Block oder dehne mich ein bisschen oder koche mir was Leckeres.
Denn diese echten Alternativen zu finden, das ist eben auch ein kleiner Schritt, der uns unglaublich hilft, wenn wir feststellen, was tut uns denn eigentlich wirklich gut. Was ist es denn, was ich jetzt statt des Automatismus anders machen könnte? Musik hören, Telefonat führen, journalen. Ja, manchmal braucht man Ablenkung, ist auch voll okay, aber dann kann man auch wieder bewusst wählen, beim nächsten Mal brauche ich jetzt die Ablenkung oder gibt es eine andere Tätigkeit, die ich tun kann, die mir jetzt etwas gibt, statt mir etwas zu nehmen.
Die zentrale Frage: Autopilot oder bewusste Wahl?
Also, das waren die fünf Anzeichen heute, an denen du feststellen kannst oder mit Hilfe derer du feststellen kannst, ob du dich betäubst. Dann frage dich nicht, wie kann ich es jetzt schaffen, mich nie wieder zu betäuben, sondern frage dich, merke ich zukünftig, was ich da tue, warum ich das tue, was sind die Momente, in denen ich das tue. Und in dem Moment, wo du diese kleinen Gedanken hast und das bemerkst, dann hast du eine Wahl. Und das ist der Unterschied zwischen dem Autopiloten und dem bewussten Leben.
Abschluss
In diesem Sinne sei achtsam mit dir. Du verdienst es, wirklich du selbst zu sein, da zu sein und nicht nur betäubt durchs Leben zu treiben oder zu rasen in der schnelllebigen Zeit, in der wir leben. Ich freue mich, dass du dich darauf eingelassen hast, dass du da gewesen bist. Vielleicht hast du Lust, mir einen Kommentar da zu lassen und mir einmal zu schreiben, was bei dir so die Punkte sind, wo du gedacht hast, ja krass, das ist bei mir so, würde ich gerne anders haben.
Also ich freue mich, wenn du das teilen magst. Ich freue mich, wenn du die Folge teilen magst, vielleicht mit einer anderen Mutti, einer anderen Frau, Freundin, wo du das Gefühl hast, ja, diese Bewusstwerdung ist ein lohnenswerter Schritt. Das ist ein Geschenk für unser Leben. Das mag ich teilen. Darüber würde ich mich freuen. Und ich freue mich, wenn wir uns nächste Woche wiederhören. Bis dahin. Alles Liebe, Deine Inga.
Das war Mensch, Mutti. So schön, dass du dabei warst.
Wer schreibt hier?
Hi, ich bin Inga.
Ich begleite Frauen, die immer alles wuppen, aber sich selbst dabei verlieren, ihre unbewussten Stress- und Konsummuster zu verstehen und nachhaltig zu verändern. Als Frau, die selbst alle möglichen Ablenkungsmanöver in ihrem Leben integriert hatte, weiß ich: ein bewusstes Erleben des Lebens in all seinen Facetten ist keine Einschränkung, sondern der Anfang echter Freiheit.
