Podcast Mensch Muddi Titelbild Folge 20

Im Transkript „Entspannt durch den Advent“ mitlesen

Adventsfolge: Warum Advent für Muddies unbezahlte Mehrarbeit ist – und wie du da rauskommst


Einstieg: Der unbezahlte Nebenjob im Dezember

Wenn du im Dezember das Gefühl hast, plötzlich einen Nebenjob zu haben in einer total schlecht zahlenden Weihnachtsagentur, dann stimmt das. Advent ist für uns Muddys oft nicht die schönste Zeit des Jahres. Es ist unbezahlte Zusatzarbeit oder eine unbezahlte Zusatzschicht, die wir, komme was wolle, nicht absagen können.

Wenn du also auch gerade denkst, ich mache echt drei Kreuze, wenn dieser Weihnachtspunk wieder vorbei ist, dann ist diese Folge heute für dich.

Herzlich willkommen bei Mensch, Mutti. Dein Podcast für einen sober Lifestyle.


Advent – die „schönste Zeit des Jahres“ (oder auch nicht)

Ah, die Vorweihnachtszeit, die Adventszeit, die schönste Zeit des Jahres. Kerzen, Glühwein, Plätzchen, Besinnlichkeit – so wird es uns zumindest vorgegaukelt, dass es so zu sein hat.

Aber in echt ist es für viele von uns einfach nur eine To-Do-Liste, die noch mehr explodiert als sowieso schon.

Und das mag ich euch mal so ein bisschen plakativ machen.


Alles, was im Advent organisiert werden muss

Also wir müssen uns Geschenke überlegen für die Kinder, für die Partner, für die Großeltern, für Erzieherinnen, Lehrkräfte, Kolleginnen.

Wir müssen Geschenke besorgen, wir müssen online vergleichen, wir müssen sie bestellen oder irgendwo abholen, irgendwo hinfahren. Dann müssen wir sie einpacken – meistens auch noch heimlich, nachts, natürlich auch wunderschön.

Dann sollen Karten geschrieben werden an Familie, an Freunde, vielleicht an Kundinnen.

Es sollen Adventskalender geplant werden, befüllt werden, gebastelt werden für ein, zwei, drei, vier Kinder. Manche machen noch einen für den Partner oder für die Großeltern, für Freunde, für wen auch immer, für das Haustier. Oder – habe ich gesehen – man kann auch Adventskalender für den Hund kaufen.


Wichtel, Plätzchen, Pinterest-Druck

Dann gibt es den Wichtel, der Quatsch macht.

Wir brauchen Ideen für den Wichtel, müssen Zeug dafür besorgen, müssen auch das nachts meistens heimlich aufbauen und umsetzen.

Dann sollen Kekse gebacken werden mit den Kindern – mit dem Anspruch, dass es aussieht wie auf Pinterest, aber ohne dass irgendjemand weint oder die totale Kontrolle verloren geht in diesem ganzen Backwahn.


Deko, Organisation, Fahrerei

Dann gibt es die Dekokisten, die aus dem Keller oder vom Dachboden runtergeholt oder hochgeholt werden müssen.

Die Lichterketten, die entwirrt werden müssen. Wir sollen Fenster schmücken, Häuser schmücken, Wohnungen schmücken – und dann irgendwann auch alles wieder zurückräumen.

Es müssen Weihnachtsferien und Betreuungszeiten organisiert werden. Weihnachtsfeiern müssen organisiert werden. Oft auch Buffets.

Das Outfit für die Kinder für irgendwelche Auftritte muss organisiert werden. Die Fahrerei: Wer kommt wann wohin, wer fährt mit wem. All das muss koordiniert werden.


Heiligabend und Feiertage

Dann steht Heiligabend vor der Tür.

Kommt ein Weihnachtsmann oder keiner? Welches Essen soll es geben? Einkaufen dafür, kochen, vielleicht vorkochen.

Wer kommt wann? Wen sehen wir wann? Wer kann nicht mit wem? Das muss alles koordiniert werden.

Und dann gibt es die Adventssonntage. Die sollen schön sein, mit Kerzen, mit Geschichten lesen, mit irgendwas Besonderem.

Wir müssen die Aufregung unserer Kinder begleiten. Oft gibt es in dieser Zeit mehr Emotionen und mehr Tränen als sonst.

„Wie oft noch schlafen?“
„Wann darf ich das erste Türchen öffnen?“
„Wann kommt endlich der Weihnachtsmann?“
„Wann ist Nikolaus?“

Es ist einfach super, super viel los.


Reality-Check: Wie viele Stunden sind das eigentlich?

Und jetzt kommt ein kleiner Reality-Check. Ich habe das mal ganz grob überschlagen.

Nagelt mich bitte nicht fest auf die Stunden – es ist wirklich nur ein grober Überschlag, um ein Gefühl dafür zu bekommen, warum wir in dieser Zeit müde und kaputt sind.

Geschenkideen sammeln für zehn Menschen:
Wenn wir flott sind, etwa 15 Minuten pro Mensch – zweieinhalb Stunden.

Geschenke besorgen:
Zehn Geschenke, etwa 20 Minuten pro Geschenk – drei bis vier Stunden.

Geschenke einpacken:
Zehn Minuten pro Geschenk – anderthalb Stunden.

Karten schreiben:
15 Karten, fünf Minuten pro Karte – eine bis anderthalb Stunden.

Adventskalender basteln und vorbereiten:
Locker fünf Stunden.

Deko holen, schmücken, wieder wegräumen:
Mindestens drei Stunden, wahrscheinlich mehr.

Wichtel-Aktionen:
Mindestens eine Stunde Planung plus Umsetzung.

Plätzchen backen:
Zweimal drei Stunden – sechs Stunden.

Weihnachtsfeiern:
Je nach Kinderanzahl sechs bis neun Stunden.

Weihnachtsessen planen, einkaufen, kochen:
Drei bis vier Stunden pro Tag, je nach Anzahl der Tage.

Extra backen, Torten, Adventssonntage:
Nochmals drei bis vier Stunden.

Zusätzliche emotionale Begleitung der Kinder:
Mindestens zehn Minuten pro Tag – etwa vier Stunden insgesamt.


Ergebnis: Über 50 Stunden Extraarbeit

Wenn wir das alles zusammenrechnen, landen wir bei locker an die 50 Stunden.

Das ist mehr als eine komplette Vollzeitarbeitswoche extra – on top – zusätzlich zu deinem normalen Leben.

Zu deinem Job.
Zu deiner Care-Arbeit.
Zu Mental Load.
Zu PMS.
Zu Wechseljahren.
Zu Schulbotschaften.
Zu App-Gruppen.

Alles, was sowieso schon auf deinen Schultern liegt.


Warum wir abends zu Wein, Zucker und Scrollen greifen

Und wenn wir uns das vor Augen halten, ist es überhaupt kein Wunder, dass wir abends fix und fertig sind und denken:

„Boah, jetzt habe ich mir erstmal ein Glas Wein verdient.“

Oder wenigstens eine Stunde sinnlos scrollen. Oder Zucker in uns reinstopfen – Lebkuchen, Weihnachtsnaschi, Chips, Eis löffeln, was auch immer es bei dir ist.


Einladung: Ausstieg aus dem Adventsmarathon

Und genau da möchte ich heute ansetzen.

Diese Folge soll kein weiterer Punkt auf deiner To-Do-Liste sein. Sie soll eher ein kleiner, rebellischer Ausstieg sein aus diesem Adventsmarathon.

Und deswegen lade ich dich von Herzen ein, mit mir jetzt eine kleine Adventsentspannungsreise zu machen.


Vorbereitung auf die Entspannungsreise

Wenn du magst, nimm dir jetzt eine Viertelstunde Zeit.

Du kannst auch auf Pause drücken und später weitermachen. Wichtig ist, dass du diese Viertelstunde möglichst ohne Ablenkung verbringen kannst.

Such dir einen bequemen Platz.
Sitzen oder liegen – ganz egal.
Keine perfekte Haltung, nur bequem.

Leg dein Handy weg. Stell es auf lautlos oder Flugmodus.
Du musst jetzt nichts entscheiden.
Du musst nicht erreichbar sein.


Atem und Körperwahrnehmung

Wenn es für dich okay ist, schließe deine Augen.

Nimm wahr, wie dein Körper die Unterlage berührt.

Atme tief durch die Nase ein.
Langsam durch den Mund aus.
Die Ausatmung darf länger sein als die Einatmung.

Lass mit jeder Ausatmung ein kleines Stück Anspannung los.

Lass die Schultern sinken.
Entspanne Stirn, Augen, Kiefer.


Körperreise (von den Füßen bis zum Kopf)

Wandere mit deiner Aufmerksamkeit durch deinen Körper:

Zehen, Füße, Fußsohlen, Fersen.
Knöchel, Waden, Schienbeine, Knie.
Oberschenkel, Becken, Po.

Spüre deinen Bauch – deinen perfekten Bauch, so wie er ist.
Spüre die Atmung.
Spüre Brustkorb und Rücken.

Schultern, Arme, Hände, Finger.
Nacken, Hals, Gesicht, Kopfhaut.

Spüre deinen ganzen Körper.


Der innere Raum und der Adventskranz

Stell dir vor, du bist in einem ruhigen Raum.

Draußen ist Adventstrubel, Lichter, Listen, WhatsApp-Gruppen.

Hier drin bist nur du.

In der Mitte steht ein Tisch.
Darauf ein einfacher Adventskranz mit vier Kerzen.

Du zündest eine oder mehrere Kerzen an.
Du musst nichts organisieren.
Du darfst einfach da sein.


Gedanken dürfen da sein

Gedanken wie „Ich muss noch …“ dürfen kommen.

Nimm sie wahr und lass sie weiterziehen wie kleine Zettel im Raum.

Komm immer wieder zurück zu deinem Kranz, zu deinen Kerzen.


Zentrale Botschaft: Du bist kein Eventmanagement

Weihnachten hängt nicht daran, wie perfekt du diesen Advent durchchoreografierst.

Die Menschen, die dich lieben, brauchen dich nicht als Eventmanagerin.
Sie brauchen dich als Mensch.
Echt. Unperfekt. Anwesend.


Abschluss, Rückkehr und Einladung

Atme noch einmal tief ein und aus.

Komm langsam zurück in den Raum.
Bewege Finger und Zehen.
Öffne die Augen.

Du musst nicht durchhalten.
Du darfst dir Inseln bauen.

Wenn du magst, lade ich dich ein zum Dopamin-Balance-Adventskalender oder zum 7-Tage-Dopamin-Balance-Kurs – beide findest du in den Shownotes.


Verabschiedung

Du bist nicht verantwortlich für das perfekte Fest.
Dein Wert hängt nicht an deiner Leistung.

Ich feiere dich.
So schön, dass du da warst.

Das war Mensch, Mutti.
Alles Liebe,
deine Inga.


# 20 – Entspannt durch den Advent – Meditation und echte Pause

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