Titelbild Podcast Mensch Muddi folge 23 - nüchtern an Weihnachten, praktische Tipps und Tricks

Im Transkript mitlesen:

Nüchtern an Weihnachten – Konsumbewusst durch die Weihnachtszeit

Die typische Weihnachtssituation

Weihnachten. Der Tisch biegt sich vor lauter oft ungesunden Köstlichkeiten. Der Prosecco ist meist schon eingeschenkt, bevor überhaupt irgendjemand fröhliche Weihnachten sagen konnte. Und ja, das ist das, was Weihnachten ist. Alle am Essen, alle am Trinken und irgendwann oft auch alle am Handy.

Und vielleicht denkst du, dass dieses Jahr das anders sein darf. Vielleicht möchtest du bewusster bleiben, vielleicht möchtest du weniger Alkohol trinken, um einen klareren Kopf zu behalten. Vielleicht wünschst du dir weniger Eskalation beim Essen, damit du auch nach den Feiertagen den Knopf an der Hose noch zukriegst. Vielleicht wünschst du dir auch einfach, authentischer zu sein, echter zu sein, präsenter zu sein, wahre Verbundenheit zu spüren. Und das ist ja auch ein ganz schöner Wunsch.


Der Wunsch nach Harmonie

Allerdings haben wir natürlich auch an Weihnachten oft in uns den Wunsch nach Harmonie. Bloß kein Stress, bloß kein Streit, bloß nicht auffallen, bloß nicht wieder die sein, die alles kaputt macht. Und dann ist halt die Frage, weniger trinken, weniger essen, weniger Bildschirmzeit und auf der anderen Seite mehr Harmonie, mehr Familienzeit, mehr das gute Gefühl. Geht das eigentlich beides zusammen oder schließt sich das aus? Das ist etwas, worüber ich heute sprechen mag. wie wir Weihnachten bewusster erleben können. Ohne erhobenen Zeigefinger, ohne dass wir in so einen Rechtfertigungsmarathon fallen und ohne, dass der Familienfrieden direkt explodiert.

Herzlich willkommen bei Mensch, Mutti, dein Podcast für einen sober Lifestyle.


Der neurobiologische Ausnahmezustand

Weihnachten ist erfahrungsgemäß die Zeit, wo der Konsum aus den Fugen gerät. Das ist zum einen der materielle Konsum, wenn es um Geschenke geht. Es ist aber auch der Konsum, wenn es um das geht, was wir als Menschen so in uns reintun, was wir so konsumieren. Und wenn wir da mal drauf schauen, ist es eigentlich neurobiologisch auch noch zusätzlich zu der sowieso schon hohen Konsumzeit ein Ausnahmezustand oder eine Ausnahmezustandszeit.

Weil es eine Zeit ist, in der wir alle oft sehr emotional unterwegs sind. Es ist eine Zeit, in der alte Familiendynamiken aufploppen können, wenn man plötzlich wieder bei Mama und Papa am Tisch sitzt zum Beispiel. Es ist auch eine besondere Zeit, weil Erwartungen an jeder Ecke lauern. Ja, also wir haben das ja immer wieder, dass Weihnachten das allerschönste Weihnachten werden soll. Dass es ein unvergessliches Weihnachten ist, dass es ein Weihnachten ist, wo alle auf ihre Kosten kommen.


Die Reizüberflutung der Feiertage

Wir sind aber gleichzeitig auch alle total überreizt, schon in der Vorweihnachtszeit und auch in der Weihnachtszeit und ganz besonders auch, wenn Kinder, noch kleine Kinder mit im Spiel sind, die unglaublich vielen Reizen ausgesetzt sind, die der Aufregung ausgesetzt sind. Ja, also auch da schaukelt sich ganz viel hoch und wir haben oft, obwohl wir es extrem viel mehr bräuchten, in dieser Zeit viel weniger Rückzugsmöglichkeiten. Ja, weil wir vielleicht woanders sind, bei Eltern, bei Schwiegereltern zu Besuch sind, woanders schlafen oder weil Besuch bei uns ist oder selbst wenn wir nicht übernachtungsmäßig unterwegs sind, dann haben wir oft Zeitpläne, Besuche, die durchgetaktet sind und dadurch einfach wenig Rückzugsmöglichkeiten. weil das natürlich auch eine Zeit ist, wo man mit anderen ist und nicht alleine. Und wir haben oft auch wenig Schlaf, weil die Abende lang werden und die Tage oft früh wieder starten.

Unser Nervensystem ist also on. Unser Nervensystem ist alles andere als entspannt. Es ist angespannt, aber Entspannung ist trotzdem das, was wir gerne hätten, gerade an Weihnachten.


Der Kontrast zwischen Erwartung und Realität

Wir müssen uns nur mal an Filme erinnern, an Serien erinnern. Wenn wir da an Weihnachten denken, das ist immer alles so krass gemütlich, harmonisch, kuschelig. Da liegt Schnee, es ist ruhige Atmosphäre, es sieht einfach toll aus, so wie wir uns das wünschen. Außer in Stöp langsam vielleicht.

Und genau deswegen, weil wir uns das so harmonisch und kuschelig wünschen, weil wir diese Entspannung so gerne haben möchten, die uns auch suggeriert wird, wie Weihnachten sein könnte. Deshalb greifen viele von uns an diesen Tagen ganz besonders gerne und schnell zu Alkohol, weil es uns dabei hilft, zumindest für einen Moment runterzufahren. Wir greifen zu viel Essen, weil wir auch oft gelernt haben, dass Essen uns beruhigt und wir uns mit Essen auch ablenken können. Und wir greifen oft und viel zum Handy, weil wir damit abschalten können oder uns auch mal kurz aus der realen Welt rausbeamen können in eine andere Welt.


Warum wir überkonsumieren

Und das passiert gar nicht, weil wir alle so fürchterlich disziplinlos sind, sondern eher, weil unser System, unser ganzes Körpersystem sagt, ich brauche Entspannung, ich brauche Entlastung jetzt. Und dann greifen wir zu den Sachen, die uns zumindest kurzfristig schnell ein Gefühl vermitteln von jetzt kommen wir runter, jetzt sind wir entspannt. Auch wenn da dann eine Kette dran hängt, die alles andere als zu Entspannung führt. Da kann ich gerne hier auch nochmal einen Podcast verlinken, wo ich schon mal genauer darauf eingegangen bin. Das würde jetzt zu weit führen, aber es sind eben diese kurzen Kicks, die uns kurz zeigen, Entspannung abschalten, raus aus dem Stress. Auch wenn dann am Ende des Tages oder wenn wir in dieser Schleife dann erstmal drin sind, es nicht dazu führt, dass wir entspannter sind, sondern ins Gegenteil umschlägt.

Also Weihnachten könnte man sagen, ist der allerkrasseste Stresstest, den es gibt.


Das Problem mit dem Alkohol an Weihnachten

Und gerade, wenn wir mal auf Alkohol gucken, es ist an Weihnachten besonders schwer, einfach nichts zu trinken. Und gar nicht unbedingt wegen des Alkohols an sich, sondern es hat ja einen ziemlich hohen sozialen Kontext auch. Alkohol an Weihnachten ist ein Ritual. Wir stoßen an auf Weihnachten. Es ist ein Verbindungssymbol. Auch in der Kirche wird uns ja auch schon suggeriert mit dem Abendmahl, wo Wein getrunken wird. Also es gehört irgendwie mit dazu und es ist etwas, auch das Abendmahl, etwas, was uns Menschen verbindet. Ja, Weihnachten verbindet uns. Die wenigsten Menschen, die aus familiären Kontext kommen, sind ja Weihnachten alleine. Die Menschen gibt es auch, gar keine Frage. Aber ich rede hier ja hauptsächlich zu Menschen in Familien.

Außerdem ist Alkohol auch oft das Mittel zur Wahl, wenn es um Konfliktvermeidung geht. Und auch Konflikte sind ja etwas, die gerade an Weihnachten auch gerne mal auf den Tisch kommen. Die kann man aber natürlich auch unter den Tisch trinken. Und es ist eben ein super easy, jetzt entspann dich doch mal, Tool. Ja, irgendwer ist nicht gut drauf oder irgendwer regt sich über irgendeine Tante auf. Dann gibt es erst mal in der Küche schnell ein Glas Wein in die Hand.


Wenn du alte Muster durchbrichst

Ja, und wenn du jetzt in so ein System reinkommst, wo viel immer getrunken wurde und du sagst plötzlich, dieses Jahr bin ich raus, ich trinke nicht, dann stellst du ja etwas in Frage. Du stellst für die Menschen, mit denen du zusammenkommst, die Normalität dessen in Frage, was bisher immer so gelebt wurde. Du stellst auch das Gruppengefühl in Frage, weil früher war man sich vielleicht einig, dass natürlich das Glas rundum eingeschenkt wurde. Und du stellst auch die eigenen Muster der anderen in Frage.

Wenn du schon bewusst mit deinem Alkoholkonsum unterwegs bist und wenn du das an Weihnachten weiter so leben möchtest, dann macht es total Sinn, dass du dir einen Satz mantra-mäßig vorsagst oder du diesen Satz für dich mitnimmst, wo auch immer du Weihnachten feierst. Nämlich den Satz, dass nicht du kompliziert bist, sondern dass du gerade einfach nur ein gewohntes Muster veränderst. Und Gewohnheiten oder über viele Jahre gelernte Muster, die reagieren immer allergisch auf Veränderungen.


Du bist der Spiegel für andere

Du bist letztendlich, wenn du so jetzt in ein System crasht sozusagen und sagst, ich bin da raus, ich spiele da nicht mehr mit, dann bist du der Spiegel für alle anderen, mit denen du zusammenkommst. Den zeigst du ja in dem Moment, ich will das nicht mehr. Ich will was ändern. Und das kann beim Gegenüber Unverständnis auslösen, Wut auslösen oder das Gegenüber kann sich auch angegriffen fühlen, weil du das Gefühl gibst, da jetzt was kaputt zu machen, etwas, was schon immer so war. Das bildest du dir ein. Und es hat aber so gar nichts mit dir zu tun, sondern es hat damit zu tun, dass du auf ein Muster aufmerksam machst, das dein Gegenüber wahrscheinlich auch hat. Es ist aber immer anstrengend, sich mit solchen Mustern auseinanderzusetzen und vielleicht hat dein Gegenüber da einfach überhaupt keinen Bock drauf im Moment.

Das ist total wichtig zu wissen. Selbst wenn du auf Unverständnis stößt oder auf böse Blicke stößt oder auf Diskussionen auch, dass du das Gefühl hast, du musst dich rechtfertigen dafür. Musst du nicht, aber du musst halt wissen, oder du darfst wissen, dass das nichts mit dir zu tun hat. Das sagt immer mehr über dein Gegenüber aus als über dich.


Praktische Tipps für den Umgang mit Alkohol

Und wichtig ist, dass du gut vorbereitet bist. Ja, also gerade wenn es das Thema Alkohol ist, hab einfach ein paar nette, alkoholfreie Alternativen zu trinken im Haus. Oder wenn du irgendwo eingeladen bist, hab ein paar nette Alternativen, alkoholfreie Alternativen, in deiner Tasche dabei oder im Kofferraum. Mein Favorite zum Beispiel ist definitiv Aperol Spritz in der alkoholfreien Variante. Alkoholfreier Sekt, alkoholfreier Aperol oder alkoholfreier Sun Bitter, Eiswürfel, Strohhalm, super Drink. Komme ich über den ganzen Abend mega.


Das Problem mit dem Essen

Weihnachten ist aber nicht nur zu viel Alkohol, sondern auch oft zu viel Essen. Und wir essen ja an Weihnachten nicht, weil wir so wahnsinnigen Hunger haben, weil wir so ausgehungert sind, dass wir jetzt an Weihnachten auffüllen müssen, was wir dann wieder über Monate nicht haben. So ist es ja heutzutage nicht in dieser Überflussgesellschaft, in der wir leben. Wir essen so viel, weil viele von uns auch wieder über Jahre gelernt haben, Weihnachten ist Ausnahmezustand, da lassen wir es uns richtig gut gehen, da gönnen wir uns so richtig und da darf ich alles.

Und danach kommt dann oft ein Völlegefühl, dass wir uns wirklich auf der Couch flätzen und denken, oh mein Gott, was habe ich getan? Ein Schamgefühl, oh mein Gott, was habe ich getan? Und auch Selbstkritik. Wieso habe ich so viel gegessen? Ich fühle mich gerade ganz schrecklich und außerdem habe ich sowieso schon ein paar Kilo zu viel auf den Rippen. Was zur Hölle habe ich getan?

Wir verlieren also an Weihnachten die Grenzen und leben in völlig überrissener Fülle. Und das kann besser gehen, zum Glück, denn bewusster essen heißt ja nicht gar nichts essen oder super wenig essen oder verzichten, sondern bewusster essen heißt ja eigentlich nur mitkriegen, was du tust. Bewusstsein dafür entwickeln, was du tust. Und damit ist schon sehr, sehr viel gewonnen.


Die Handy-Problematik

Und das gilt fürs Essen genauso wie für den Umgang mit dem Handy. Ich kenne es auch von meiner Familie. Alle sitzen am Tisch und wenn gegessen wurde, nach dem Essen dauert es keine fünf Minuten, da scrollt einer, einer schreibt eine Nachricht, einer liest eine Nachricht. Kinder lachen über irgendwelche Kurzvideos oder über irgendwelche Memes und die zeigen sich das hin und her und schicken sich das hin und her. Und ich habe mir so oft schon gedacht, können wir das bitte lassen? Können wir normal zusammensitzen? Das triggert. Also mich zumindest triggert das sehr.

Und es triggert, weil Essen eigentlich ein Bindungsritual ist. Wir sitzen zusammen am Tisch und essen miteinander. Das ist etwas, was uns Verbundenheit schenkt. Und wenn dann alle mental weg sind, wir sitzen zwar immer noch alle an einem Tisch, aber jeder ist so in seinem Endgerät verschwunden, dann passiert etwas Unbewusstes, nämlich unser Nervensystem kann nicht mehr connecten und fühlt sich allein. Und dann springen auch wieder alte Muster an, kindliche Muster zum Teil von nicht gesehen werden. Und dann kann es schnell eskalieren. Dann kommen genervte Kommentare. Da war ich ziemlich gut drin. Es kommen passiv-aggressive Blicke. Es kommt Streit über den Handykonsum. Mal wieder Streit über den Handykonsum.


Es geht auch anders

Die gute Nachricht ist jetzt ja aber, dass es anders geht. Wir können bewusster bleiben. Wir können ohne Alkohol bewusst essen, mit weniger Bildschirmzeit auch an Weihnachten sein, ohne den Frieden zu sprengen. Das geht. Denn das Entscheidende ist ja, dass es nicht darum geht, Weihnachten komplett auf links zu drehen oder auf den Kopf zu stellen, sondern es geht eigentlich nur darum, dass du dich gut dadurch navigieren kannst.


Konkrete Strategien für den Umgang mit Alkohol

Kommen wir nochmal zurück zum Thema Alkohol. Ja, mach kein Riesenthema draus, sondern mach einfach deine eigene Entscheidung daraus. Du brauchst ja niemanden zu überzeugen. Es geht ja darum, dass du dir selbst an diesen Ausnahmetagen treu bleiben kannst. Und wenn du die Entscheidung getroffen hast, weniger oder kein Alkohol mehr zu trinken, dann ist das cool und dann kannst du das auch über die Weihnachtstage probieren.

Und dann hilft es, zum einen, habe ich ja schon gesagt, alkoholfreie Alternativen dabei haben. Super, es gibt auch total tolle Mocktails, weihnachtliche Mocktails mit Apfelsaft und Zimt, die man sich zusammenmixen kann. Es gibt aber auch hilfreiche Sätze. Und da macht es wirklich Sinn, auch wenn das immer albern klingt und viele Leute denken so, ey, so ein Blödsinn. Ich meine es aber ganz ernst. Notier sie dir und sprich sie schon mal, wenn du alleine im Watt bist vor dem Spiegel. Das kann wirklich helfen, wenn du dann in der konkreten Situation bist. Auch wenn es erstmal vielleicht für dich gerade albern klingt.

Aber sag dir selber, ich trinke heute nichts, mir geht es damit einfach besser. Ich habe gerade keine Lust auf Alkohol. Ich bleibe heute nüchtern. Ohne Erklärung, ohne Vortrag und vor allem auch ohne Angriff. Ich sauf heute nicht so viel wie du. Muss man ja nicht so sagen. Je weniger Drama wir draus machen, desto weniger Drama entsteht auch. Und du brauchst dich nicht zu erklären und du brauchst auch in keine Diskussion einsteigen. Musst du nicht. Du kannst auch sagen, ich möchte nicht drüber reden, ich trinke nicht, fertig. Bitte akzeptiere das.


Erlaubnis statt Eskalation beim Essen

Und beim Thema Essen macht Erlaubnis statt Eskalation einen riesengroßen Unterschied. Also erlaub dir ruhig, alles zu essen von dem, was es gibt. Erlaub dir aber auch, langsam zu essen. Erlaub dir beim Essen Pausen zu machen und sag dir innerlich, ich darf jederzeit aufhören und ich darf jederzeit weiter essen. Das nimmt den Druck raus.


Dein eigenes Handy als Ausgangspunkt

Und wenn wir nochmal das Handy nehmen, am Tisch, auch da, schau auf dich, schau nicht auf die anderen. Statt, oh Mann, könnt ihr jetzt endlich mal das Handy weglegen? Probier einfach, dein eigenes Handy ganz bewusst wegzulegen. Versuch Blickkontakt mit deinem Gegenüber herzustellen und stell echte Fragen, die dich wirklich interessieren. Freu dich auf die Antworten, geh in authentischen, echten, ehrlichen Kontakt.


Verbindung durch Einladung

Verbindung ist ja das, worauf es ankommt. Verbindung ist das, wonach wir uns sehen, verbunden sein mit anderen Menschen, verbunden sein mit unseren Liebsten. Und das entsteht aber nicht durch Regeln, die wir uns auferlegen, die wir anderen auferlegen, die wir dann auf Teufel komm raus durchdrücken wollen, sondern Verbindung, echte Verbindung entsteht durch Einladung.

Das heißt, was du tun kannst, ist eine Einladung aussprechen, deinem Gegenüber eine Einladung aussprechen, indem du ehrliche, interessierte Fragen stellst, indem du auch ehrlich interessiert bist, indem du dich auf die Antwort freust, indem du auch wirklich zuhörst. Und ja, klappt nicht immer. Manchmal bleiben trotzdem alle am Handy. Ist okay. Wir können nur eine Einladung aussprechen.


Für dich sorgen statt kämpfen

Du darfst dann für dich sorgen, statt zu kämpfen, wenn du merkst, dass diese Einladung ins Leere läuft. Zum Beispiel durch einen kleinen Rückzug. Du darfst kurz rausgehen und atmen. Du darfst kurz auf die Toilette verschwinden und atmen. Du darfst einen Spaziergang machen und atmen. Du darfst atmen. Also atmen ist in dieser Situation ganz wichtig. Bleib bei dir, konzentrier dich auf deine Atmung. Das ist nicht unhöflich, das ist einfach diese Navigation, diese Selbstnavigation, die du brauchst für dich, um dich durch diese Feiertage zu navigieren. Mit dem, was du für dich an Entscheidungen getroffen hast, wie du sein möchtest mit diesem Konsum.


Nicht besser, sondern anders

Bewusster konsumieren, und das ist wirklich wichtig, heißt nicht, ich mache es besser als die anderen. Ja, wenn du das fühlst, dann ist Deeskalation drin. Wenn du fühlst, dass es nicht um Vergleiche geht, dass es um das geht, was du für dich machen kannst. Und nicht, dass es um das geht, was du besser machst als die anderen. Bleib bei dir. Höre auf dich. Ganz egal, was die anderen machen.


Deine Erlaubnis für ein bewussteres Weihnachten

Du darfst Weihnachten erleben, wenn du das möchtest. Mit weniger oder ohne Alkohol. Ohne Fresskoma. Oder ohne Fleisch. Oder mit weniger Zucker. Du darfst Weihnachten erleben ohne dein Handy, ohne Dauerscrollen, ohne erreichbar zu sein. Und trotzdem darfst du dazugehören, lachen, eine gute Zeit haben und Teil der Familie sein.

Nicht alles muss sich dieses Jahr ändern. Vielleicht darf sich nur dein innerer Umgang mit dem verändern, was im Außen abgeht.


Was du wirklich gewinnst

Wenn du also dieses Jahr an Weihnachten einen Drink weniger trinkst, einmal früher aufhörst zu essen, dein Handy bewusster weglegst und vor allem dir selbst wohlwollender begegnest, dann hast du nichts verpasst, dann hast du was gewonnen, nämlich Präsenz, Klarheit und vielleicht Momente echter Verbindung mit dir und mit deinen Liebsten. Und das ist ja schon ziemlich viel und ziemlich cool. Also wenn dir das gelingt, dann darfst du dich feiern. Ich feiere dich dafür. Ich feiere dich alleine schon dafür, dass du diese Folge bis hierhin gehört hast.


Abschluss und Angebote

Und wenn sie dir gut getan hat, wenn du das Gefühl hast, ja man, dass es gut ist, vor Weihnachten nochmal zu hören, dann teile sie sehr gerne mit einer Person, die Weihnachten eher überlebt, statt Weihnachten mit allen Sinnen zu erleben. Und wenn du merkst, dass dein Nervensystem gerade generell nach weniger Betäubung, nach mehr Klarheit ruft, dann schau dir total gerne meinen kostenlosen 7-Tage-Dopamin-In-Balance-Kurs an. Der kann dir helfen, deinen eigenen Konsum nochmal anzuschauen und ohne Verzichtsreligion dafür mit echter Entlastung einen Startschuss zu geben für Tage mit weniger Betäubung und mehr Momenten verbunden mit dir und verbunden mit den Menschen, die dir am Herzen liegen. Ich verlinke ihn dir in den Shownotes und denke dran, Weihnachten muss nicht perfekt sein und vor allem ist es nicht deine Aufgabe, Weihnachten perfekt zu machen. Es ist total viel gewonnen, wenn du dir vornimmst, Weihnachten authentisch zu erleben und vielleicht ein kleines bisschen echter zu sein, als du vielleicht die letzten Jahre gewesen bist.

Ich wünsche dir von Herzen fröhliche Weihnachten. Alles Liebe. Bis zum nächsten Mal. Deine Inga.

Das war Mensch-Mudi. So schön, dass du dabei warst.

# 23 – Nüchtern an Weihnachten – ohne Alkohol, ohne Fresskoma, ohne Familienkrieg

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